Vibrato

Vibrato Üben und Unterrichten

Das Thema Vibrato Üben und/oder Unterrichten wird, geht es um konkrete Übungen oder methodisch-didaktische Grundlagen für Unterrichtende, gerne einfach ausgeklammert. Das muss nicht sein, finden wir!

Vibrato lernen auf der Geige und Bratsche

Üblicherweise unterscheidet man bei den hohen Streichern zwischen unterschiedlichen Arten von Vibrato, dem Armvibrato, dem Handgelenkvibrato und dem Fingervibrato. Uns ist bisher keine systematisch aufgebaute Literatur bekannt, die alle Leistungsstufen und alle Vibrato-Arten berücksichtigt. Für die hohen Streicher gibt es demnach vermutlich nur wenig praktische Literatur und Anregungen.

Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, welche Bewegungskomplexe beim Vibrieren eigentlich aktiviert werden müssten, welche Übungen sich dafür eignen, wie man eingefahrene Bewegungsmuster konkret und bewusst verändern kann u.v.m. Stets haben wir dafür die Übenden und die Unterrichtenden im Blick. Unsere Zwischenergebnisse stellen wir hier auf www.vibrato.eu bereit bzw. verlinken auf entsprechende Seiten.

Größte Herausforderungen

Für die hohen Streicher, Violine und Viola, lässt sich sagen, dass es neben der Voraussetzung einer ausreichenden Beweglichkeit in Arm, Handgelenk und Fingern, es zwei weitere wichtige Herausforderungen gibt:

  • den idealen Fingerdruck herstellen
  • eine hohe Koordinationsfähigkeit in Kombination mit einer Rechts-Links-Unabhängigkeit aufbauen.

Fingerdruck

Die Regulierung und Ausbalancierung des Fingerdrucks sorgt für die notwendige Beweglichkeit beim Vibrieren. Benötigt wird gleichzeitig eine gute Stabilität und Flexibilität des Fingers auf der Saite. Der Finger muss also gleichzeitig stabil und beweglich auf der Saite stehen, sonst kommt es zu zu großen Schwankungen in der Intonation. Diese Balance aktiv herstellen und beim Vibrieren stetig anpassen zu können, ist eine Voraussetzung, um das Vibrato bewusst einzusetzen.

Unabhängigkeit

Die Geschwindigkeit des Vibratos sollte ebenfalls bewusst gesteuert werden können, um genau die Klangfarbe erzeugen zu können, die man sich für seine Interpretation vorstellt. Hilfreich dafür ist eine stetig zunehmende Unabhängigkeit zwischen der Bogengeschwindigkeit und den Vibratobewegungen. Besteht die Unabhängigkeit nicht, ruft ein schnellerer Bogenstrich automatisch eine schnellere Vibratobewegung hervor (und umgekehrt).