Was dem Körper gut tut
Wir können davon ausgehen, dass für viele Musizierende die größte Herausforderung darin besteht, immer wieder „loszulassen“. Ein Beispiel: Oft bemerken wir gar nicht, dass wir mit mehr Fingerdruck auf der Saite spielen, als eigentlich notwendig wäre. Und selbst wenn uns das bewusst wird, ist es nicht leicht, diesen Druck gezielt auf ein optimales Maß zu reduzieren. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass das Loslassen oft einfacher ist, als wir dachten. Diese Erkenntnis entstand durch die zufällige Entdeckung der Effekte des Bogen- und Griffbrettaufsatzes – ein Fund, der uns dazu veranlasste, dem Thema weiter nachzugehen. Hier präsentieren wir euch effektive Wege und Möglichkeiten, das Loslassen zu erleichtern.
Mit Massagekugeln
Die positiven Effekte einer regelmäßigen Anwendung von Massagekugeln haben uns überrascht. Wir konnten bei Menschen aller Altersgruppen beobachten, dass sie zunehmend besser in der Lage waren, ihre Hände und Finger mit größerer Präzision zu bewegen. Die Arbeit mit den Kugeln unterstützt die Entspannung in hohem Maß und ist ein äußerst wirksames Mittel, um grundlegende Koordinationsfähigkeiten deutlich zu verbessern. Angenehme Nebeneffekte sind warme, bewegliche Hände und ein gutes Gefühl beim Spielen. Für Musiker:innen haben wir eine umfassende Sammlung an Übungen zusammengestellt, die zeigt, wie du – und auch deine Schüler:innen – mit der Arbeit mit den Kugeln beginnen und dann kontinuierlich ausbauen kannst.
Massageringe "juche!"
Am Anfang haben wir die Verwendung von Massageringen nicht wirklich ernst genommen. Doch mit der Zeit haben wir festgestellt, dass sich nach der Anwendung ein angenehm belebendes Gefühl in den Fingern einstellt – ein Gefühl, an das man sich schnell gewöhnen kann. Die Anwendung ist denkbar einfach: Man rollt den Ring durch Hoch- und Runterschieben über jeden Finger und achtet dabei darauf, auch die Fingergelenke mit einzubeziehen. Der Aufwand ist minimal: Die Ringe passen problemlos in den Instrumentenkasten, und bei Konzerten haben wir sie oft in der Hosentasche – so sind sie jederzeit griffbereit.
Wie lässt sich der Effekt am besten spüren? Benutze die Ringe zunächst nur an einer Hand – so kannst du den Unterschied zur anderen Hand direkt wahrnehmen.
Ein paar Hinweise zur Anwendung:
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Achte darauf, dass alle Finger massiert werden.
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Vergiss weder die Fingerspitzen noch die Gelenke.
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Lass den Ring nicht zu lange unbewegt am Finger.
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Entferne Schmuckringe vor der Anwendung.
Es gibt verschiedene Qualitäten von Massageringen. Anfangs dachten wir, sie seien alle gleich – doch es hat sich gezeigt, dass manche schlicht unangenehm sind. Wir haben daher viele Modelle getestet und stellen euch eine Empfehlung zusammen.
Die Aufsätze
Der Bogenaufsatz und der Griffbrettaufsatz ermöglichen etwas, das eigentlich „undenkbar“ erscheint: Beide fördern Entspannung während des Übens – wenn auch auf unterschiedlichen Wegen. Mit dem Bogenaufsatz kann man ganz normal üben, ohne dabei etwas Besonderes beachten zu müssen. Die Vorteile des Griffbrettaufsatzes liegen hingegen darin, dass er eine echte Übehilfe darstellt, mit der aktiv gearbeitet werden muss. Eine abschließende wissenschaftliche Erklärung für die beobachteten Effekte gibt es bislang nicht. Wir arbeiten derzeit an der Finanzierung entsprechender Studien und freuen uns bis dahin einfach über die Tatsache, dass beide Aufsätze bereits jetzt einen großen Mehrwert für Streicher:innen bieten.